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Gildezug „Rheinstrolche“ von 1964

Die Jugend zur Gilde.

Unter diesem Motto gesellten sich am 19.06.1964 in Neuss in der Gaststätte Bonnen elf zum Teil sehr junge Leute zu einem Schützenzug zusammen, um sich auf der zweiten Versammlung, im Juli 1964, den Namen „Rheinstrolche“ zu geben.

Die Geburtshelfer des Gilde-Vorstandes auf dieser ersten Versammlung waren die Herren Willi Jungbluth (+), Fritz Knortz (+) und Fritz Duyckers (+). Erster Oberleutnant wurde Hans Büchel (+), welcher aber schon nach Schützenfest den Zug in Richtung „Ewig Jung AH“ verließ. Sein Nachfolger wurde für 17 Jahre der Taxiunternehmer Friedrich Hummelt (+), welcher mit viel Geschick die Jugend des Zuges leitete, war er doch über 10 Jahre älter als alle anderen Mitglieder.

Unter seiner Führung und unter Mithilfe seines damaligen Leutnants Horst Breuer und des damaligen Oberleutnants der Erftkadetten, Norbert Fischbach,  wurde vor nunmehr 39 Jahren (1970) das Korps - Kegeln >> ein Winter-Wettbewerb der Schützengilde <<  ins Leben gerufen. Ein Wettbewerb der heute innerhalb des jährlichen Terminkalenders der Gilde , neben dem Frühjahrs- und Herbstkorpsschießen, seinen festen Stammplatz hat.

Als zum 10jährigen Jubiläum der Schützengilde (1971) ein Zugabzeichen für eine Standarte benötigt wurde, war guter Rat teuer. Doch schnell wurde Abhilfe geschaffen. Setzt sich doch noch heute unser Zugabzeichen aus dem Firmen-Logo der Rhenania-Brauerei (Dreieck) und der Zigarettenmarke (Güldenring) unseres damaligen Oberleutnants  zusammen. Entstanden war ein „modernes“ NRW – Emblem, wobei von den Mitgliedern in Eigenkreation nur der Rhein (ein blauer Strich quer durchs Rhenania-Dreieck) hinzugefügt und der Schriftzug „Güldenring“ in „ Rheinstrolche – 1964 “ ausgetauscht wurde.

Als man 1967 die erste Großfackel des Zuges mit dem Titel „Neusser Bahnhofs-düfte“ in Angriff nahm, konnte keiner ahnen , das man bis zu diesem Jahr derer immerhin weitere 27 hinzugefügt hatte und auf diesem Gebiet innerhalb der Gilde einsame Spitze ist . Sagte doch vor ein paar Jahren unser derzeitiger Adjutant Axel Spix einmal:  “Stellt euch vor, es wäre Fackelzug und die „Rheinstrolche“ hätten nicht gebaut.“

Im Laufe der 45 Jahre gab es, wie in allen anderen Zügen auch, Höhen und Tiefen,  aber die „Spaß an der Freud“ ließ man sich all die Jahre nicht nehmen. Ausflüge, ob mit oder ohne weibliche Begleitung, waren zwar nicht an der Tagesordnung, wurden aber in unregelmäßigen Abständen immer wieder durchgeführt. Briedel an der Mosel , Amsterdam , Tropfsteinhöhle in Wiehl , Dorf Münsterland , Warsteiner-Brauerei, Tagesschiffstouren auf dem Rhein oder Pferdekutschfahrten durch die hiesigen Lande hinterlassen noch heute bei einigen Mitgliedern die Herzen höher schlagen.

Ein bisher noch nicht da gewesenes Erlebnis war für 6 Mitglieder im Jahr 2000 die Teilnahme an der Steuben - Parade in New York. Noch heute ist diese Reise zeitweise ein abendfüllendes Thekengespräch.   

Zum festen Bestandteil des Zuges ist seit 1969 (!!!) dass jährliche Zug - Königs-Schießen geworden. Bis Anfang der 80er Jahre immer auf Vatertag durchgeführt, ist bis heute jedes Schießen auf den Holzvogel ein besonderes Erlebnis für alle Zugmitglieder, steht man hier doch in einem Wettbewerb mit den eigenen Frauen .Wer benötigt in diesem Jahr die wenigsten Schüsse für die Pfänder, und wer auf den Königsvogel? Etliche Jahre waren wir Männer nur „zweiter Sieger“. Geschossen wurde über 25 Jahre in Neuss-Weckhoven bei Engels -Lohnes. Im letzten Jahr ist man erstmals in Richtung Rosellerheide „ausgewandert“.

Im Rahmen der Korpswettbewerbe beim Schießen und Kegeln stellten wir „Rheinstrolche“ mehrfach die Einzelsieger, auch Mannschaftssiege waren und sind uns nicht fremd. Konnten wir doch z.B. in den letzten 10 Jahren von 40 möglichen Pokalen derer 32 für den Zug in Empfang nehmen. Auf 25 Jahre gesehen sieht die Bilanz auch nicht all zu schlecht aus, waren es hier doch bei 89 zu erreichenden Pokalen immerhin 55, welche wir mit „nach Hause“ nehmen durften.   

Auch Gildekönige standen bzw. stehen in unseren Reihen. Mit Theo II. Schiefer stellten die „Rheinstrolche“ 2002 den einzigen König des Korps , welcher bisher ohne Mitbewerber zu dieser Ehre gelangte , wurde er doch als bester Einzelschütze des Tages durch den Major einfach zum Gildekönig ernannt, da es keinen Bewerber für dieses Amt gab. Eine bisher bei der Gilde einmalige Angelegenheit.

Zweiter, von den Rheinstrolchen gestellter Gildekönig, war im Jahre 2005 Günter Kirschbaum, bis November 2009 Leutnant des Zuges. 

Mehr durch Zufall als gewollt, stellt der Zug seit 2003 auch den Großteil der Fahnenschwenker für die Gesellschaft. Zuerst war es zwar nur eine Fahne, doch heute sind es derer drei an der Zahl, welche durch die Mitglieder der „Rheinstrolche“ zum Schützenfest mitgeführt und aber auch geschwenkt werden. Die vom Fahnenzug nur zur Parade mitgeführten Schwenkfahnen sind hier nur ein Zubrot der Gesellschaft zur Auflockerung der sonntäglichen Parade.

Festzuhalten für diese Zug-Chronik ist aber, die „Rheinstrolche“ sind kein Fahnenzug, geschweige denn eine Fahnenkompanie.     

Die heutige Truppe wird seit Mitte November von Oberleutnant Günter Kirschbaum angeführt, welcher dieses Amt von Horst Breuer übernommen hat, der sich nach nunmehr über 20 Jahren nicht mehr zur Wahl stellte. Von November 1978 bis zur GV im Januar 2009 bekleidete dieser noch zusätzlich das Amt des Schriftführers der Gilde. Eine Zeit, die noch kein zweites Vorstandsmitglied annähernd erreicht hat und in den nächsten 12 Jahren auch nicht erreichen wird. Ein Dank des Vorstandes und der Gilde ist hier die ihm auf Majors-Ehren-Abend 2009 verliehene Ehrenmitgliedschaft der Gesellschaft.   

Günter Kirschbaum zur Seite stehen als neuer Leutnant Dirk Hambloch und als Feldwebel Volker Finke. Letzterer ein alt gedienter Schütze, kam er doch als Quereinsteiger aus dem Hubertus-Korps.

 Neben den oben genannten Zugführern sei Hans Josef Schliebs nicht vergessen, welcher die Geschicke des Zuges in den Jahren 1983 bis 1989 leitete. Einigen Schützen ist er besser bekannt als jahrelanger Oberst vom Erfttal. Heute leitet er dort die Geschicke des hiesigen Schützenvereins als Präsident.  

Zum Schluss sei an dieser Stelle ein großes Dankeschön einigen Mitgliedern des Further Jägerkorps ausgesprochen. Waren es doch Gottfried Pflepsen (ehem. 1.Vorsitzender des Jägercorps) und seine Mannen, welche durch tatkräftige Unterstützung an den Schützenfesttagen den Zug in den Jahren 1992 bis 1994 personell regelrecht „über Wasser“ hielten. Den Further Jonges, hierzu zählt auch noch seit etlichen Jahren Peter Kleuel (Archivar des Jägercorps Neuss-Furth), sei von dieser Stelle nochmals ein recht herzliches Dankeschön für ihre bis in den heutigen Tag währende Teilnahme in unseren Reihen ausgesprochen.

Seit über 17 Jahren (!!!) hatte der Zug sein Domizil  in der Gaststätte

 „ Im Baldhof “. Leider hatte dieses Lokal zum Jahresende 2007 seine Tore geschlossen und wir mussten „wandern“ und sind neuerdings im „Vogthaus“ untergekommen. Zuglokale früherer Jahre waren u.a. „Em Duffes“ „Schwatte Fasan“ „Schärpe Eck“ „Gerichtsstuben“ und „Haus des Handwerks“ sowie, kurzfristig,  „Meilenstein“ und „Gasthaus Früh“.

Neuss , im März 2010

Schriftführer.

 Horst Breuer

 

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